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Acoustic Finale Runde 10

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29.08.2007

Authentischer Blues machte das Rennen
Acoustic Blues Drifter holten sich den letzten Startplatz für den Song Contest

 

Ein Platz war noch frei für den Acoustic Song Contest vom 31. Oktober in Uster. Gesichert haben sich diesen am Mittwoch Walter Baumgartner und Lukas Schwengeler mit einem tollen Auftritt.

Marcus Weiss

Acht Teilnehmer waren bereits von einer Jury ausgewählt worden, über die neunte Gruppe durfte im «kleinen Final» vom Mittwoch im Qbus das Publikum entscheiden. Gewonnen haben zwei Musiker, die mit wenigen Instrumenten, aber grosser musikalischer Präsenz ihre Zuhörer in den Bann zogen.
«Drei Monate Sommerpause sind zu Ende, für uns hinter den Kulissen war es eine sehr intensive Zeit!» Mit diesen Worten begrüsste Walti Dux, der mit seiner Frau Marisa den Acoustic Song Contest organisiert, die Besucher im Ustermer Qbus. 141 Bands hätten Interesse am Contest gehabt, in der Jury mussten nun 8 davon ausgewählt werden. Dies sei nicht leicht gefallen, vor allem am Schluss habe es immer wieder hitzige interne Diskussionen gegeben. Doch nun, so der Veranstalter, könne er den Ball dem Publikum weitergeben. Es wurde mittels gelber Abstimmungszettel über den letzten Platz entschieden.

 
Souveräne Auftritte

Nun stieg die Spannung: Fünf Gruppen präsentierten sich den Besuchern in ausgeloster Reihenfolge, Calabros war als Erstes an der Reihe. Begonnen wurde aber erst, nachdem die Musiker mit einem persönlichen «Waltigramm» vorgestellt worden waren. Diese musikalischen Würdigungen, mit viel Witz gewürzt und mit Schalk vorgetragen, sind so etwas wie das Markenzeichen von Walti Dux, der zusammen mit seiner Frau Marisa für die Verdienste um den Acoustic Song Contest 2006 den Kulturpreis der Stadt Uster entgegennehmen durfte. «Er isch z Amerika gsii, hät Songs geschribe debii...», lautete eine der Kernbotschaften über Michael Calabro, dessen Name auf die ganze Gruppe übergegangen ist.

Rockig, aber doch fein und gefühlvoll, von der Violine begleitet, so präsentierte sich das erste Lied des Abends. «Hometown», nach Aussage des Sängers eine Hymne an seine Heimatstadt Zürich, kam beim Publikum an und erntete einen tosenden Applaus. Auch die weiteren Lieder überzeugten. «Ich habe zuerst Hardrock gemacht, als ich dann aber alleine unterwegs war und mir die aufwändige Infrastruktur nicht zur Verfügung stand, entdeckte ich die akustische Gitarre», erzählte Calabro nach seinem Auftritt. Eine Aussage, die zum Omen für diesen Abend werden sollte.
Blues Air lautet der Name der zweiten Gruppe. Isabelle Berthoud, die neue Sängerin des Quintetts, schickte voraus, dass der eigene Song «erst heute Nachmittag fertig geworden ist». Mit umso grösserer Inbrunst wurde er dann vorgetragen, das Publikum schwelgte ob der sonoren Stimme Berthouds. Lob erhielt sie auch von Marisa für ihren Liedvortrag auf Französisch.

Moonsnake war als dritte Gruppe an der Reihe, im «Waltigramm» angekündet als «Female Rock usem Schwiizerland». Die reine Frauenband nahm die Zuhörerschaft ebenfalls schnell gefangen, liess sie mit ihrem Stück «Wake up children of Paradise» nicht nur erwachen, sondern auch aktiv mitmachen, was von der Leadsängerin mit dem Satz «ihr sind es megacools Publikum» honoriert wurde. Zur speziellen Atmosphäre, die diese Band ausstrahlt, trug auch die Harfe bei, die einige Stücke mit ihrem nostalgischen Charme bereicherte.

Nach der Pause ganz andere Töne

Nach einer viertelstündigen Pause harrte das frisch erholte Publikum nun auf die zwei letzten Gruppen des Abends. Würden sie an das Vorgelegte anknüpfen können? Gleich zeigte sich dies, und zwar auf eine ganz besondere Weise. Walter Baumgartner und Lukas Schwengeler waren an der Reihe, ein perfekt aufeinander abgestimmtes Duo, das Walti Dux in seiner musikalischen Einleitung so vorstellte: «Walter, du läbsch de Blues, Lukas, du bisch en ächte Gita-Man.» Eher leisere Töne schlagen die beiden an, doch ihr Vortrag wurde durch das Fehlen von elektronischen Finessen besonders authentisch.

Der Gitarrist alleine mit seinem Instrument, der Sänger mit seiner Stimme und einem kleinen grünen Sandsack, mit dem er die Rhythmen vorgab. Zwischendrin griff er zur Mundharmonika und entlockte dem kleinen Instrument die ganze Bandbreite an Tönen, die es in der Lage ist zu produzieren. Und noch ein bisschen mehr, denn wer würde von einer «Schnorregiige» schon das Geräusch eines Didgeridoos oder einer kreisenden Wespe erwarten? Better Blue schliesslich heizte den Zuhörern mit Gesang, Schlagzeug, Bass und Gitarre ein, rief also nochmals fast das gesamte Spektrum an Instrumenten in Erinnerung, die an diesem Abend eingesetzt worden waren.


Seit 2001 ein Duo
In der mit grosser Spannung erwarteten Publikumsabstimmung gewannen schliesslich Walter Baumgartner und Lukas Schwengeler. Für die Musiker, die sich 2001 kennengelernt hatten und zusammen schon einige Erfolge feiern durften, ein echter Höhepunkt, wie sie betonten. «Speziell auch, weil wir nur zu zweit waren und nicht durch viel Technik unterstützt wurden», so Schwengeler. Weniger kann tatsächlich mehr sein in der Musik!

Walter Baumgartner und Lukas Schwengeler werden am Acoustic Song Contest unter dem Namen Acoustic Blues Drifter auftreten.

 


Erschienen am Freitag, 31. August 2007 © «Der Zürcher Oberländer» / «Anzeiger von Uster»

Seit 1999 - seit es ACOUSTIC gibt - zeigt das Züri Oberland, dass hier ein Ort ist, wo es von talentierten Musikern und Musikerinnen nur so wimmelt. Mittlerweile ist ACOUSTICs Ruf aber auch übers Schnebelhorn und den Albis hinausgeeilt, und immer mehr Bewerbungen stammen aus angrenzenden Kantonen oder manchmal sogar aus dem Ausland, wobei für die Organisatoren Marisa und Walti Dux aber immer gilt: „Zerscht chunnt oises Züri Oberland!“