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Sieger Finale 8

Achtes:
Am achten Acoustic-Finale im Ustermer Qbus gab es ein Novum

Nyle und Nulltakt ex aequo Erste


Ursprünglich stammen die vier von
Nulltakt aus Bern; sie leben jedoch in Zürich.

Nyle-Sängerin Yasmine Meguid.

Das achte Acoustic-Finale erlebte ein Novum: Mit Nulltakt und Nyle gab es gleich zwei Siegerbands mit genau gleich vielen Stimmen zu feiern.

Beim achten Acoustic-Finale im Ustermer Qbus ging es am Mittwochabend um die Wurst, nämlich um die Teilnahme am Acoustic Song Contest, der am Mittwoch, 26. Oktober, den Stadthofsaal rocken wird. Acht Bands hatten die Veranstalter Walti und Marisa Dux dafür zusammen mit ihren Medienpartnern im Vorfeld bestimmt - die neunte Band sollte die Siegerband dieses Abends werden.

So war es zumindest geplant. Doch wie oft, wenn das Volk entscheidet, läuft nicht alles wie geplant. In diesem Fall kam es so heraus, dass zwei der teilnehmenden Bands genau gleich viele Stimmen erhielten, nämlich Nulltakt und Nyle, beide aus Zürich. Da beschlossen die Duxens kurzerhand spontan, den Song Contest eben um eine Viertelstunde zu verlängern und zehn statt neun Bands antreten zu lassen. Neben den Siegern vom Mittwoch sind dies die Bands Redwood aus Zürich, die Telaphones aus Herrliberg, Dizzy Star aus Winterthur, Elfish aus Männedorf, Galliardo aus Tägerwilen TG, Made In Mind aus Luzern, Fiji aus Bern und Tempesta aus Wollerau SZ.

Jede der Bands hätte einen Preis verdient

Eigentlich hätte jede der fünf am Mittwochabend auftretenden Formationen einen Preis verdient, denn das musikalische Niveau war durchgehend sehr hoch. Die stilistischen Ausrichtungen der Bands waren sehr unterschiedlich. Sweepline begeisterten mit sphärischem Trip-Hop, vielseitigen Arrangements und einer phantastischen Leadstimme von Deborah Caruso. Die Einsiedler Snout Snails servierten frischen, ehrlichen schweizerdeutschen Rock mit gleich zwei charmanten Frauenstimmen an der Front. Und die Salander Jesh frappierten einmal mehr mit improvisationsreichem, mitreissendem und melodiösem Indie-Rock.

Hintergründige Texte und eine charismatische Leadsängerin

Dass sich das Publikum dann aber doch für die anderen beiden Truppen entschied, hatte wohl je unterschiedliche Gründe. Im Falle der Zürcher Berner - oder Berner Zürcher? - der Band Nulltakt waren es wohl vor allem die sehr lyrischen, mal humorvollen, mal tieftraurigen, aber stets hintergründigen Texte sowie die ungewöhnlichen Arrangements, in welche auch ein Cello integriert war.

Der Trip-Hop der Formation Nyle lebte demgegenüber vor allem von der alles überstrahlenden, professionellen Stimme von Yasmine Meguid sowie einer unschlagbaren Cover-Version des Prince-Klassikers «Kiss».

Wenn das Zahnbleichen in die Hose geht ...

Eine Show für sich war natürlich einmal mehr Walti Dux. In seinen «Waltigrammen» verulkte der Lehrer und Comedy-Singer diesmal unter anderem «Schnappi, das kleine Krokodil» sowie den aktuellen Deutschrock-Hit «Ich will doch nur spielen». Und als neusten Comedy-Song präsentierte er eine Ballade über einen, bei welchem «das Zahnbleichen in die Hose ging». Marisa Dux bewies ihrerseits einmal mehr viel Einfühlungsvermögen im Interviewen der Bands. (jcg)

 

jcg. Die Siegerband der 7. Acoustic-Runde heisst Milhouse. So wollte es das Publikum am Mittwochabend im Qbus. Neben dem Siegertrio Milhouse hat sich aber auch der Zweitplatzierte, GP, für den Acoustic-Songcontest vom 27. Oktober qualifiziert.

Höhepunkt dieses Acoustic-Jahres wird wieder der grosse Acoustic Song Contest sein, der heuer am 27. Oktober im Ustermer Stadthofsaal über die Bühne gehen wird. Sieben Bands haben sich bereits für diesen Event qualifiziert. Zwei weitere bestimmte das Publikum vorgestern Abend im Ustermer Qbus beim Finale der 7. Acoustic-Runde.


Der Qbus wurde zum Hexenkessel

Und der Qbus schien noch nie so voll zu sein wie an diesem Abend. Sämtliche der vier auftretenden Acts hatten vielköpfige, lautstarke, teils sogar in den T-Shirts ihrer Lieblinge gekleidete Fan-Clubs mitgebracht - es war ein Hexenkessel. Stilistisch wurde wieder ein breiter Mix geboten, wobei sich die Bands grösstenteils auf die bekannten Publikumshits verliess, mit denen sie bereits in dieses Finale vorgestossen waren.

Das Trio Milhouse aus Winterthur begeisterte mit sehr leisem, lyrischem und melancholischem Rock und hellen, klaren Vocals. Der Niedergösger GP (alias Gian Piero Campo) präsentierte seine intensiven, fast etwas an Donovan erinnerenden Singer-Songwriter-Balladen. Fisher aus Zürich, die früher Aquarium View geheissen hatten, stellten vor allem die schiere vokale Kraft und den Charme ihrer Sängerin und Komponistin Emilie Welti ins Zentrum. Und die Lokalmatadoren Labia zelebrierten zwischen Metal, Funk, Trip-Hop und langen Haaren ihren ganz eigenen Kult.

Doch trotz allen «Labia»- und «Fisher»-Rufen im Publikum war das Ergebnis der abschliessenden, fairen und geheimen Abstimmung klar: Die meisten Stimmen erhielten Milhouse. Aber auch GP als Zweitplatzierter hat sich für den Acoustic Song Contest qualifiziert.


«S Ramseyers gö go grase» à la Walti Dux

Eine Show für sich war einmal mehr Organisator Walti Dux. In seinen beliebten, traditionellen Waltigrammen verulkte er so bekannte Songs wie «House Of The Rising Sun» von Eric Burdon, «Summer Of 69» von Bryan Adams oder «Heroes» von Nickelback. Und während des Auszählens der Stimmen bot er eine neue, spezielle, Reggae-angehauchte Version von «S Ramseyers gö go grase», in welcher es vor allem um «Gras» anderer Art ging ...


Quelle: Erschienen am Freitag, 27.8. 2004
© «Der Zürcher Oberländer» / «Anzeiger von Uster»